It's a new dawn, it's a new day and I'm fühling good.

Vielleicht noch nicht ganz - ganz, aber was nicht ist kann ja noch werden. Neuer Wind weht mir um die Nase und vor mir liegt ein unbeschriebenes Blogblatt voller Leichtigkeit und ohne Altlasten.

Fühlosophisch. Ich bin wieder da, war nie ganz weg, nur das Pseudonym, das ist neu und unbelastet. Sophie Ofühl mein Name, Autorin auf fühlosophisch.com. Neue Kategorien, abgespeckt. Atemberauschend. Befindlichkeitsfixiert. Zyankalitage. Ich liebe die Wortspiele, liebte sie schon immer - mich davon zu trennen war das schwierigste, passte es doch so perfekt.


Lange, lange habe ich mich mit dem Gedanken getragen, abgewogen, verleugnet, Alternativen gesucht, doch letztlich blieb nur das: ein Abschluss und ein Sprung in frisches, klares, kaltes Wasser. Und dass noch niemand vor mir auf die Idee gekommen war, die Philosophie mit dem Fühlen abzuwandeln, schien mir ein unumstößliches Zeichen, nicht nur ein Wink, eher ein Schlag mit dem Zaunpfahl, dass dort der neue Weg läge.


Es fiel mir schwer mich zu trennen von meiner digitalen Identität, die so mit mir gewachsen war. Für mich war sie eine Festung in der Schnelllebigkeit des Internets, immer da, schon vor dem iPhone, vor Facebook, vor WhatsApp. Doch das ist nicht immer alles, das habe ich auf vielen Ebenen meines Lebens erkennen müssen, dürfen, können. Manchmal kann man nicht mehr umbauen und adaptieren, manchmal muss man alles abreißen und neu bauen. Das bedeutet nicht, dass gewisse Elemente nicht restaurierbar wären. Doch erst, wenn die Stabilität des Fundaments wieder gesichert ist, kann man in den Stöcken darüber bauen.


Geplant ist viel, wenn auch noch vage. Jeden Sonntag soll in der Kategorie "atemberauschend" ein kleiner Post erscheinen, der ein paar Dinge kombiniert, die mir gut tun. Irgendein Thema herauspicken, ein Wort, eine Sache, ein Gefühl, ein Erlebnis, das in dieser Woche für mich relevant war. Ein bisschen dazu lettern. Ein bisschen dazu freewriting. Eine Art, mir selber Wortgeschenke zu machen und Zeitfenster zu schaffen, in denen das Rekapitulieren uns das Reflektieren der Gefühle Raum bekommt und es in mir still werden darf, weil ich das Laute nach außen lasse.


Befindlichkeitsfixiert fasst alles zusammen, was es auch sonst immer gab. Texte die mir random aus den Fingern fließen oder Bilder, die Gedanken anstoßen.

Meine Therapeutin hat mich bei unserer Abschlussstunde daran erinnert, dass ich, als ich ihr 2015 zum ersten Mal gegenübersaß mit dem Wunsch oder Ziel kam, meinem Bauchgefühl wieder mehr zu vertrauen. Als ich mich im November von ihr verabschiedete, wies sie mich darauf hin, dass ich genau das nun in vielen Punkten getan hatte. Darum also geht es hier.


Dann bleiben die Zyankalitage. Mein Leben bestand aus vielen davon. Vielleicht und wahrscheinlich möchte ich auch darüber ab und zu schreiben, jetzt, wo ich hier endlich wieder frei sein kann von den Augen der Inneren Partei Ozeaniens (besser bekannt als: Big Brother).


Back to the roots heißt es für mich. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Fühlosophie ist für mich ein Blog für alle Sinne und soll endlich wieder meine Herzensdinge vereinen, mit dem Text im Fokus und den Bildern drumherum. Die deutsche Sprache mag für viele nicht-Muttersprachler wie ein Maschinengewehr aus Kostümfilmen klingen, aber ich liebe sie. Ihre Vielfalt, ihre Poesie, ihre Wortschöpfungen, ihren Fluss, wie die Donau an einem warmen Frühsommertag zwischen Wien und Budapest.


Das ist ist kein Nischenthema, kein Fotografieblog, kein Traveljournal, kein Rezeptbuch oder Konzertkritikenmagazin. It's just me and you. Alle anderen Kanäle sind nur Splitter, doch der Blog war immer mein digitales Herzstück und das möchte ich mir zurückerobern. Gemeinsam mit bekannten Gesichtern und neuen Namen. Nach den großen Abschiedsworten "drüben" nun also (für mich) verheißungswolle Begrüßungsworte "herüben". Denn welcher Tag würde sich für einen Neubeginn besser eignen als der kürzeste des Jahres? Ab jetzt wird es heller. Mein Opa würde sagen: Gut Holz!